Selbsthilfe im Hochtaunuskreis


Direkt zum Seiteninhalt

Krankheitsbilder




Erläuterung der Krankheitsbilder


Abhängigkeitserkrankungen
Bei Abhängigkeit und Sucht handelt es sich um ein zwanghaftes Bedürfnis und Angewiesensein auf eine bestimmte Substanz, wobei zwischen psychischer und körperlicher Abhängigkeit unterschieden wird. Suchtauslösend sind zahlreiche unterschiedliche "Drogen"!
Nach den Rauchern, also den nikotinabhängigen Menschen, rangiert die Alkoholabhängigkeit mit 2,5-3 Millionen Betroffenen in Deutschland. an zweiter Stelle. Es folgen Psychopharmaka wie Barbiturate, Opiate (Heroin, Methadon, Opium), Kokain, Cannabis/Marihuana, Halluzinogene (z.B. LSD), Amphetamine (z.B. Speed), organische Lösungsmittel (Schnüffelsucht) und moderne Designerdrogen (z.B. Ecstasy).
Insgesamt leiden 5-7% der Bevölkerung unter einer Abhängigkeit. Die Ursachen für die Suchtentstehung sind vielfältig und reichen von der Verfügbarkeit einer Droge über deren Wirkungen und Abhängigkeitspotential bis hin zu Persönlichkeitsstrukturen und gesellschaftlichen Faktoren.
Den angenehmen Wirkungen wie Euphorie, Glücksgefühl, Abbau von Hemmungen, Leistungssteigerung und Halluzinationen folgen Nebenwirkungen wie vegetative Symptome, z.B. Schlafstörungen, Organschädigungen und Infektionen (z.B. HIV und Hepatitis), Vergiftungserscheinungen und soziales Abgleiten.

Allergie
Eine Allergie ist eine überschießende Reaktion des Immunsystems gegenüber bestimmten körperfremden Substanzen der Umwelt. "Überschießend" heißt die Reaktion, weil das körpereigene Immunsystem auf Fremdstoffe (z.B. Pollen) anspricht, die anders als Krankheitskeime eigentlich keine Gefahr für die Gesundheit darstellen. Prinzipiell kann jeder Stoff in unserer Umwelt zum Auslöser einer Allergie werden - vom Apfel bis zur Zwiebel, vom Angorafell bis zur Zahnpasta. Für 20.000 Substanzen ist nach vorsichtigen Schätzungen eine allergieauslösende Wirkung bekannt.
Bei den meisten Allergenen handelt es sich um Eiweißsubstanzen tierischer oder pflanzlicher Herkunft, beispielsweise von Blütenpollen, Milben und Schimmelpilzen.


Angst- und Panikstörungen
Unter Angst- und Panikstörungen versteht man ohne entsprechende Bedrohung auftretende Angstzustände, die durch seelische und körperliche Beschwerden wie bei einer normalen Angstreaktion gekennzeichnet sind. Die Ursachen sind noch nicht eindeutig geklärt, es gibt psychoanalytische, lerntheoretische und neurobiologische Theorien. Etwa 10 % der Bevölkerung leidet an Angstzuständen von einem behandlungsbedürftigen Ausmaß. Es werden Panikattacken, die ohne äußeren Anlass entstehen, generalisierte Angstzustände, die ohne Behandlung jahrelang anhalten können, und Phobien unterschieden. Unter Phobien versteht man durch bestimmte, jedoch ungefährliche Auslöser, hervorgerufene Ängste wie die Agoraphobie (Platzangst), Klaustrophobie (Angst in bzw. vor geschlossenen Räumen), soziale Phobien und Flugangst. Bei fehlender Therapie wird die Erkrankung häufig chronisch und es kommt zum sozialen Rückzug, zum Medikamenten- oder Drogenmissbrauch, vor allem von Alkohol.

Asthma
Asthma ist eine langwierige (chronische) Krankheit, bei der sich die Atemwege entzünden und verengen. Dadurch wird das Atmen erschwert. Asthmatiker haben immer eine genetische Veranlagung zu Ihrer Krankheit, die aber nicht unbedingt frühzeitig (also in der Kindheit) ausbrechen muss. Infektionen, Allergien, lang andauernder Kontakt mit staubiger oder rauchiger Luft oder eine Kombination all dieser Faktoren können die Krankheit auch in einem späteren Lebensabschnitt auslösen.
Bei den meisten Menschen mit Asthma liegt permanent ein gewisser Grad an chronischer Entzündung vor. Das bedeutet, dass das grundlegende Problem vorhanden bleibt, selbst wenn keine Asthmaauslöser in der Umgebung sind und der Betroffene gerade keine Symptome wahrnimmt.

Bluthochdruck
Der Bluthochdruck wird in der medizinischen Fachsprache als arterielle Hypertonie bezeichnet. Ein normaler Blutdruck liegt vor, wenn der systolische Wert 140 mmHg, und der diastolische Wert 80 mmHg nicht übersteigt, also ein Blutdruck von 140/80 ist als normal anzusehen. Es werden aber auch Abweichungen in den oberen und unteren Bereich toleriert. Der systolische Wert stellt den Druck in der Anspannungsphase der Herzmuskulatur dar, wogegen der diastolische Wert den Druck in der Entspannungsphase beschreibt. Nach der Krankheitsentstehung werden zwei Formen unterschieden:

Der primäre oder essentielle Bluthochdruck und der sekundäre oder symptomatische Bluthochdruck. Vom primären Bluthochdruck spricht man, wenn keine Ursache nachgewiesen werden kann. Der sekundäre Bluthochdruck ist der organgebundene, also durch eine Erkrankung eines Organs ausgelöste.
Ein Bluthochdruck gilt als Risikofaktor für Gefäßerkrankungen, die ihrerseits diverse Folgeerkrankungen des Herzens und anderer Organe auslösen können. Die häufigsten und wohl am meisten gefürchteten Folgeerkrankungen sind der Herzinfarkt und der Schlaganfall.

Chronischen Schmerzen
Millionen Menschen leiden unter häufigen oder gar chronischen Schmerzen. Vor allem im Bereich des Kopfes und des Rückens ist in den letzten Jahren eine deutliche Zunahme zu verzeichnen.
Der akute Schmerz, der eine Warn- und Schutzfunktion ausübt, hat eine begrenzte Dauer und klingt nach Beseitigung der auslösenden Reize in der Regel schnell ab.
Chronische Schmerzen dagegen, die beispielsweise als Rückenschmerzen oder Tumorschmerzen dauerhaft auftreten können, haben keine warnende und schützende Funktion, sondern können sogar ein eigenes Krankheitsbild darstellen.

Colitis ulcerosa
Die Colitis ulcerosa ist eine chronisch entzündliche, meist in Schüben verlaufende Darmerkrankung, die vom Mastdarm ausgeht und sich auf den gesamten Dickdarm ausbreiten kann. Die krankheitsauslösende Ursache ist unbekannt, der Krankheitsbeginn liegt meist zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr. Typische Symptome sind Durchfälle mit Schleim- und Blutbeimengungen sowie Bauchschmerzen. Daneben kann es zu Gewichtsverlust, Komplikationen von Seiten des Darmes (in 5-7%) und Entzündungen in anderen Organen kommen. Nach langjährigem Verlauf ist das Risiko der Entstehung von Darmkrebs erhöht. Die Diagnose erfolgt durch Darmspiegelung, Röntgen, Ultraschall sowie Blut- und Stuhluntersuchungen. Die Therapie besteht aus individueller Vermeidungsdiät und entzündungshemmenden Medikamenten. Bei Komplikationen kann eine Operation notwendig werden. Der Verlauf ist im Einzelfall nicht vorhersehbar, die mittlere Lebenserwartung ist jedoch nicht messbar eingeschränkt.
Die Colitis ulcerosa befällt vorzugsweise das Rektum und den linksseitigen Dickdarm (Kolon). Sie kann sich aber auch über den gesamten Dickdarm kontinuierlich ausbreiten. Ein Befall des Dünndarms jedoch ist sehr selten. Das kontinuierliche und auf den Dickdarm beschränkte Ausbreitungsmuster grenzen die Colitis ulcerosa gegenüber dem Morbus Crohn ab.

Depression
Depression und Manie werden als affektive Störungen zusammengefasst. Man unterscheidet unipolare Verlaufsformen, das heißt nur die Depression oder - sehr selten - nur die Manie prägen das Krankheitsbild, und bipolare Verlaufsformen, die durch Wechsel von Depression und Manie charakterisiert sind. Typische Symptome der Depression sind traurige Verstimmung, Hemmung von Denken und innerem Antrieb, Schlafstörungen, Angst, Selbstmordgedanken und körperliche Symptome. Die Manie stellt genau das entgegengesetzte Krankheitsbild dar und ist durch unangemessen gehobene Stimmung, Antriebssteigerung, Selbstüberschätzung und Enthemmung gekennzeichnet. Das Risiko an einer Depression zu erkranken, liegt bei 5-12%, wobei Frauen häufiger betroffen sind als Männer. Das Risiko einer bipolaren affektiven Störung, auch Zyklothymie genannt, liegt bei 1% für beide Geschlechter. Die Ursachen sind komplex und bestehen aus genetischer Veranlagung, psychologischen Faktoren und biologischen Veränderungen der Signalübertragung im Gehirn.

Diabetes
Beim Diabetes mellitus (allgemein auch als "Zuckerkrankheit" bekannt) handelt es sich um eine chronische Stoffwechselerkrankung, die durch einen erhöhten Blutzuckerspiegel gekennzeichnet ist. Unterschiedliche Ursachen der Erkrankung und auch verschiedene Krankheitsausprägungen erfordern die Unterscheidung von mehreren Typen. Vorwiegend unterscheidet man zwischen dem Typ-1-Diabetes und dem Typ-2-Diabetes. Daneben gibt es noch den Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes) und einige Sonderformen. Etwa 8% der Bevölkerung haben derzeit einen Diabetes mellitus. Etwa 90% haben den Typ-2-Diabetes. Die Tendenz der Diabeteserkrankungen ist steigend.

Der Typ-1-Diabetes (früher: juveniler Diabetes) beginnt meist in der Jugend und entsteht durch eine immunologische Zerstörung der Inselzellen des Pankreas (=Bauchspeicheldrüse). Diese Inselzellen produzieren das Hormon Insulin, das für die Verwertung der Glukose aus der Nahrung verantwortlich ist. Durch die Zerstörung der Inselzellen kommt es zu einem absoluten Insulinmangel. Die Glukose aus der Nahrung kann nicht mehr abgebaut werden, und der Blutzuckerspiegel steigt. Die sich daraus ergebende Behandlungsform ist die Insulin-Therapie.

Der Typ-2-Diabetes (früher: Erwachsenen- oder Alters-Diabetes) entwickelt sich in der Regel im höheren Lebensalter. Durch die sich immer stärker verändernden Lebensgewohnheiten (Bewegungsmangel, dazu zu fettreiche und zu zuckerhaltige Ernährung) tritt diese Erkrankung immer öfter auch bei Kindern und Jugendlichen auf. Er ist dadurch gekennzeichnet, dass die Körperzellen, an denen das Insulin wirken soll, nicht mehr ausreichend auf Insulin reagieren. Sie sind dem Insulin gegenüber unempfindlich geworden, was man auch als Insulinresistenz bezeichnet. Diese Insulinresistenz hat eine erhöhte Insulinproduktion zur Folge, die die Bauchspeicheldrüse auf längere Sicht nicht leisten kann, was einen relativen Insulinmangel zur Folge hat.

Der Gestationsdiabetes kann während einer Schwangerschaft auftreten und betrifft etwa 5% der Schwangeren. Schwangere brauchen während der Schwangerschaft mehr Insulin. Kann die Bauchspeicheldrüse dieses Hormon nicht in genügender Menge liefern, entsteht ein (Gestations)-Diabetes. Wichtig ist bei diesem Diabetes die Früherkennung und Behandlung durch Gynäkologen und Diabetologen. Ein Glukosetoleranztest in der 24.-28. und 32.-34. Schwangerschaftswoche schafft Klarheit. Bei erhöhten Blutglucosewerten ist sofort mit einer Therapie zu beginnen. In den deutschen Mutterschaftsrichtlinien für die ärztliche Betreuung während der Schwangerschaft ist dieser Test nicht enthalten. In den USA gilt das Weglassen des Glukosetoleranztest als ärztlicher Kunstfehler. Etwa 20-30% der Betroffenen brauchen (meist vorübergehend) eine Insulintherapie.


Down-Syndrom
Das Down-Syndrom ist mit 1 auf 650 Geburten die häufigste durch eine Chromosomenstörung verursachte Erkrankung. Bei Menschen mit dem Down-Syndrom ist das Chromosom Nr. 21 oder ein Teil davon dreifach statt üblicherweise zweifach in jeder Zelle vorhanden (Trisomie 21). Meist liegt eine Verdreifachung des ganzen Chromosoms 21 vor (freie Trisomie 21). Selten ist eine Translokations-Trisomie 21, bei der ein Abschnitt des Chromosoms 21 überzählig ist. Dieser ist an ein anderes Chromosom angelagert. Nur bei der Translokations-Trisomie 21 kann ein Elternteil "Überträger" sein mit der Folge, dass innerhalb einer Familie mehrere Kinder mit Down-Syndrom geboren werden können. Die freie Trisomie 21 tritt dagegen zufällig auf. Allerdings nimmt die Wahrscheinlichkeit für eine freie Trisomie 21 beim Kind mit dem Alter der Mütter zu.
Neben dem charakteristischen äußeren Erscheinungsbild, einer Verzögerung der motorischen Entwicklung und einer sehr variabel ausgeprägten Intelligenzminderung, haben Menschen mit Down-Syndrom gehäuft Herzfehler, Fehlbildungen im Magen-Darm-Trakt, Seh- und Hörstörungen oder auch Leukämie.

Epilepsie
Unter Epilepsie werden Krankheiten, bei denen es durch abnorme Erregungsbildung und fehlende Erregungsbegrenzung im Gehirn zu Krampfanfällen, sog. epileptischen Anfällen kommt, zusammengefasst. Diese wirken auf Unbeteiligte bedrohlich, sistieren jedoch in der Regel nach wenigen Minuten spontan.
Man unterscheidet idiopathische Epilepsien, bei denen keine krankhaften Veränderungen des Gehirnes vorliegen, und symptomatische Epilepsien als Folge einer zugrunde liegenden Krankheit oder Gehirnschädigung. Zur Diagnose führen Anfallsbeschreibung durch dabei anwesende Personen, EEG, bildgebende Verfahren (CT, MRT) und Blutuntersuchungen zum Ausschluss einer Stoffwechselerkrankung. Symptomatische Formen werden entsprechend der Ursache behandelt, bei der idiopathischen Epilepsie ist durch medikamentöse Einstellung meist Anfallsfreiheit zu erzielen. Die Sonderform des Status epilepticus mit einer Dauer über 20 Minuten ist ein lebensbedrohlicher Zustand und bedarf einer Akutbehandlung.

Geruchs- und Geschmacklosigkeit
Der Verlust oder die Beeinträchtigung des Geschmackssinns kann für die Betroffenen unangenehme gesundheitliche Folgen haben. Ein Beispiel: Verdorbene Lebensmittel werden gegessen, ohne es zu bemerken. Mit dem Verlust des Geschmacks verliert der Mensch einen wichtigen Wahrnehmungssinn - viele Betroffene leiden unter Depressionen, weil sie nichts mehr schmecken können. Während andere Sinne, wie beispielsweise Sehen und Hören, seit Jahrzehnten erforscht sind, steht die Wissenschaft beim Geschmackssinn erst am Anfang. Der Grund: Beim Hören und Sehen erleben wir unsere Umwelt nur indirekt über die Licht- und Schallwellen, die sie abgeben; beim Schmecken dagegen kommen wir in direkten Kontakt mit den Dingen. Das Auge vermittelt uns ein Bild vom Salat, der Geschmackssinn prüft sozusagen seine Moleküle, also seine Bestandteile.

R I E C H S T Ö R U N G E N
• Kompletter Ausfall der Geruchswahrnehmung, Anosmie wird oft von Betroffenen eher als Geschmacksstörung wahrgenommen und beklagt,
• Herabgesetzte Geruchswahrnehmung, die Hyposmie,
• veränderte Geruchswahrnehmung die Parosmie,
• Riechen übler körpereigener Substanzen Kakosmie.

URSACHEN
• Grippale Virusinfekte mit Schnupfen,
• akute Nasennebenhöhlen - Entzündungen;
• kleinere, aber chronische Reizungen der Nasenschleimhäute ( hier ist es häufiger, das das Geruchsempfinden nur abgeschwächt, aber nicht ganz erloschen ist);
• nach einem Unfall mit Schädel - Hirn-Trauma, bei dem durch einen Schädelbasisbruch oder durch eine Schädigung von Hirn- oder Nervengewebe eine Störung der Riechbahn resultiert.
• Arteriosklerose, Durchblutungsstörungen des Hirngewebes oder Schlaganfall;
• Hirnhautentzündung,
• Tumoren im Bereich des Vorderhirns oder der Hirnanhangsdrüse;
• psychische Veränderungen mit gestörter Geruchswahrnehmung,
• Vergiftungen,
• Medikamentenwirkungen.


G E S C H M A C K S S T Ö R U N G E N
• Die Wahrnehmung bestimmter Geschmacksqualitäten kann vermindert sein,
• Der Geschmackssinn ist bei der Hypogeusie abgeschwächt,
• Bei der Ageusie komplett aufgehoben,
• Es können aber auch Geschmacksstörungen im Sinne von Missempfindungen auftreten Dysgeusie,
• Neben der gestörten lokalen Reizwahrnehmung ist eine Leitungsstörung der Impulse in den Nervenbahnen möglich. Ein besonderes Gewicht hat aber auch eine Wahrnehmungs- oder Verarbeitungsstörung der Informationen in den verantwortlichen Gehirnzentren.


URSACHEN
• lokale Verletzungen oder Schädigungen der Zunge und damit der Geschmacksknospen, auch als Bestrahlungsfolge möglich.
• starker Alkohol- oder Nikotinkonsum,
• Schädigung der Geschmacksnerven durch Entzündung z.B. der Hirnhäute,
• Vergiftung (z.B. metallischer Geschmack bei Bleivergiftung) oder Medikamentenwirkung,
• nach Ohroperationen vorübergehend möglich aufgrund der Nachbarschaft einiger Geschmacksnerven,
• Tumoren, die auf die Geschmacksnerven drücken,
• Verletzungen der Schädelbasis oder Prellungen von Gehirns oder Nerven nach einem Unfall oder Sturz,
• Hirnschädigung nach Schlaganfall, Durchblutungsstörungen usw. im Bereich der zuständigen Hirnareale,
• Psychische Erkrankungen mit Fehlwahrnehmung der Geschmacksreize.


Hypospadie
Hypospadie (engl.: Hypospadias) ist eine angeborene Entwicklungsstörung der Harnröhre meist in Verbindung mit einer Krümmung des Gliedes und einer dorsalen Vorhautschürze (Präputialschürze; lange Vorhaut auf der einen Seite, fehlen der Vorhaut auf der anderen Seite). Die Harnröhrenöffnung beim Jungen endet je nach Klassifikation von der Unterseite der Eichel bis hinunter zum Damm. Die Urethraöffnung (Harnröhrenöffnung) ist punktförmig und kaum sichtbar. Meistens besteht zudem eine deutliche Meatusstenose (engl.: meatal stenosis, Harnröhrenverengung). Die Miktion (engl.: micturition; urination, Harnentleerung) beim Jungen im Stehen wird erschwert da der Urinstrahl nach hinten bzw. unten verläuft. Beim Mädchen hingegen fehlt die Harnröhre so dass am Scheideneingang der Urin direkt aus der Harnblase fließt.

Die Bildung der Harnröhre ist um die 14. Schwangerschaftswoche abgeschlossen. Tritt in diesem Zeitraum eine Unterbrechung in der Entwicklung der Harnröhre auf so entsteht eine Hypospadie.
Je nachdem in welchem Stadium der Entwicklungsstopp eintritt wird die Schwere der Hypospadie bestimmt. Eine frühe Unterbrechung der Entwicklung führt zu eine proximale und eine Spätere zu eine distale Form der Hypospadie


Ichthyose
Ichthyose ist ein Sammelbegriff für verschiedene Erkrankungen, die mit einer verstärkten Schuppenbildung der Haut einhergehen. Es handelt sich um eine Erbkrankheit, wobei die defekten Erbanlagen bei einigen Ichthyoseformen inzwischen bekannt sind. Aufgrund von Erbgang, klinischem und feingeweblichem Befund können die verschiedenen Formen der Erkrankung unterschieden werden. Das Hauptmerkmal sind großflächige schuppenartige Verhornungen (Hyperkeratosen) der Haut. Im Gegensatz zur Psoriasis, bei der es zu einer vermehrten Abschilferung von Hornschuppen aufgrund einer Entzündung der darunter liegenden Schichten kommt, ist die Ichthyose also durch eine mangelnde Abschuppung bei krankhaft vermehrter Verhornung gekennzeichnet.

Körperbehinderung
Menschen sind behindert, wenn ihre körperliche Funktion, geistigen Fähigkeiten oder seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweichen und daher ihre Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft beeinträchtigt ist", so die gesetzliche Definition von allen und somit auch von Körperbehinderungen nach § 2 Abs. 1 Sozialgesetzbuch IX.
Unter körperbehinderte Personen fallen statistisch diejenigen, die in ihrer Bewegungsfähigkeit eingeschränkt sind, ferner Blinde und Gehörlose, aber auch solche, die infolge einer Erkrankung eines Organs in ihrer Lebensgestaltung eingeschränkt sind.

Krebs
Unter der etwas laienhaften Bezeichnung Krebs versteht man alle sog. bösartigen (maligne) Tumore, die zum einen Tochtergeschwulste (Metastasen) bilden und zum anderen ungebremst in andere Gewebe wuchern. Die Bezeichnung Krebs entlehnt sich dem lateinischen Wort "cancer" und griechisch "karkínos", wovon sich "Karzinom", also Krebsgeschwulst, ableitet. Die Geschwulst ist wahrscheinlich so benannt, weil sie ähnlich wie ein "heimtückisch fressender Krebs" Gewebe zerstört. Eine andere Erklärung beruht darauf, dass der Begriff zunächst vor allem auf Brustkrebs angewendet wurde. Bei dieser Erkrankung malen gestaute Brustvenen eine "krebsfußartige" Zeichnung auf die Haut.

Leukämie
Leukämie bedeutet "weißes Blut". Die Bezeichnung stammt von der bei manchen Leukämieformen erhöhten Anzahl weißer Blutkörperchen im Blut. Diese große Zahl weißer Blutkörperchen führt beim stehenden Blut zu einem sichtbaren weißlichen Saum oberhalb der sich absetzenden roten Blutkörperchen.
Der Begriff Leukämie ist ein Sammelbegriff für Erkrankungen, die durch maligne (bösartige) Veränderungen in einer oder mehrerer der verschiedenen Arten der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) in den blutbildenden Organen entstehen. Die malignen Zellen teilen sich völlig unkontrolliert, sie reifen nicht aus und können daher die entsprechende Funktion gesunder Zellen nicht erfüllen. In der Folge der ungehemmten Vermehrung breitet sich die maligne Leukozytenart zunehmend im blutbildenden Knochenmark, sowie evtl. auch in anderen Organen aus. Die Leukämiezellen treten von dort in das Blut über. Die verschiedenen Arten der Leukämie werden im Folgenden ausführlich beschrieben. Dabei werden vor allem die chronische und die akute Leukämie unterschieden.


Morbus Bechterew
Der Morbus Bechterew, auch als ankylosierende Spondylitis bezeichnet, ist eine chronische, entzündlich-rheumatische Erkrankung, die hauptsächlich die Wirbelsäule betrifft. Sie beginnt meist im jungen Erwachsenenalter und tritt häufiger bei Männern auf. In der Regel ist ein typisches genetisches Merkmal zu finden (HLA-B27). Das Leitsymptom ist der tief sitzende, chronisch-entzündliche Rückenschmerz mit Morgensteifigkeit. In der Folge kommt es zu zunehmender Versteifung der gesamten Wirbelsäule. Das Vollbild, die so genannte Bambusstabwirbelsäule, ist eher selten. Daneben treten entzündliche Veränderungen in den großen Gelenke, Sehnen, Augen und im Herzmuskel auf. In der Regel "brennt die Entzündung nach einer gewissen Zeit aus" und der Krankheitsprozess schreitet nicht weiter fort


Morbus Crohn
Der Morbus Crohn ist eine in Schüben verlaufende chronisch-entzündliche Darmerkrankung, deren Ursache bis jetzt unbekannt ist. Die Entzündung kann alle Anteile des Verdauungstraktes betreffen, am häufigsten ist sie jedoch im Übergangsbereich vom Dünndarm zum Dickdarm lokalisiert. Typisches Symptom sind immer wieder auftretende Durchfälle, die von krampfartigen Schmerzen v.a. im rechten Unterbauch begleitet sein können. Bei der Mehrzahl der Betroffenen kommt es nach langjährigem Krankheitsverlauf zu Komplikationen wie Fistelbildung, Abszessen oder Darmverschluss, die häufig eine Operation erforderlich machen. Die endgültige Diagnose wird mittels Darmspiegelung, Röntgen, Ultraschall und Laboruntersuchungen gestellt. Die Therapie richtet sich nach dem Schweregrad der Erkrankung und reicht von durchfallhemmenden Medikamenten über Kortison sowie andere entzündungshemmende und immunsuppressive Mittel bis hin zur Operation. Die Lebenserwartung ist trotz häufig notwendiger Operationen und möglicher Arbeitsunfähigkeit insgesamt nur gering eingeschränkt. Der Morbus Crohn ist auch unter folgenden Namen bekannt: Enteritis regionalis, Ileitis terminalis, narbenbildende Enteritis.

Mukoviszidose
Die Mukoviszidose ist eine Erbkrankheit mit einem Erkrankungsrisiko von 1:2500, die vorwiegend die weiße Bevölkerung betrifft. Typisches Merkmal ist die Bildung eines sehr zähen Schleimes in der Lunge, der Bauchspeicheldrüse, der Leber und im Dünndarm, der die Funktion dieser Organe beeinträchtigt. Erstes Symptom ist oft der Darmverschluss des Säuglings. Später stehen die Probleme von Seiten der Lunge im Vordergrund. Häufige Infektionen müssen immer wieder mit Antibiotika behandelt werden und führen zu zunehmender Verschlechterung der Atemfunktion. Die Beeinträchtigung von Leber und Bauchspeicheldrüse kann dagegen sehr gut mit Medikamenten beherrscht werden. Die Diagnose erfolgt mittels Genanalyse, die schon durch Fruchtwasseruntersuchung in der Schwangerschaft möglich ist. Auch ein Schweißtest, der den erhöhten Salzgehalt nachweist, hat hohe Aussagekraft.

Multiple Sklerose (MS)
Bei der Multiplen Sklerose (lat. multiplex = vielfach; griech. skleros = hart) handelt es sich um eine chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems, bei der die Markscheiden der Nervenfasern (=Myelinscheiden) zerstört werden. Sie gehört deshalb zur Gruppe der so genannten Entmarkungserkrankungen. Andere Namen für die Erkrankung sind Polysklerose (griech. polys = viel, zahlreich) bzw. Enzephalomyelitis disseminata (griech. enkephalos = Gehirn, myelos = Mark; lat. disseminare = aussäen, ausstreuen).
MS ist die häufigste Erkrankung des Nervensystems, die im jungen Erwachsenenalter zu einer bleibenden Behinderung und zu vorzeitiger Berentung führen kann. Allerdings ist die Prognose für die meisten Erkrankten viel günstiger als allgemein angenommen wird. Multiple Sklerose führt zu vielfältigen Symptomen wie Sehstörungen, Gefühlsstörungen der Haut, Nervenschmerzen oder Muskellähmungen, die oft schubweise auftreten. Auslösend sind Entzündungen an den Markscheiden der Nervenfasern des zentralen Nervensystems, deren Ursachen noch nicht genau bekannt sind.

Muskelerkrankungen
Unter einer Muskeldystrophie versteht man eine erblich bedingte Muskelerkrankung, die zu einem fortschreitenden Schwund des Muskelgewebes führt. Aufgrund des Gendefektes werden für den Muskelstoffwechsel notwendige Eiweiße, wie z.B. das Dystrophin, gar nicht oder in unzureichender Menge gebildet, was früher oder später zum Untergang des Muskelgewebes führt. Kennzeichnend für Patienten mit einer Muskeldystrophie ist eine zunehmende, bestimmte Körperregionen bevorzugende, meist symmetrisch ausgebildete Muskelschwäche. Es sind mehr als 30 verschiedene Formen der Muskeldystrophie bekannt. Die einzelnen Formen der Muskeldystrophie unterscheiden sich hinsichtlich des Vererbungsmodus, der bevorzugten Körperregionen, dem Erkrankungsalter und dem Verlauf.

Osteoporose
Unter Osteoporose versteht man eine Abnahme der Knochenmasse, -struktur und -funktion, die zu einer schmerzhaften mechanischen Instabilität des Skelettes mit der Gefahr von Knochenbrüchen führt. Bei der Osteoporose kann zwischen der häufigeren primären Form und einer sekundären Form unterschieden werden. Die primäre Osteoporose wird nach dem Zeitpunkt ihres Auftretens in die postklimakterische - also nach den Wechseljahren auftretende - und in die Altersosteoporose unterteilt. Die sekundäre Osteoporose tritt als Folge von Erkrankungen mit Störungen des Stoffwechsels und Hormonhaushalts auf. Ganz allgemein liegt der Osteoporose ein Missverhältnis zwischen Knochenaufbau und -abbau zu Grunde. Das Hauptsymptom der Erkrankung sind vor allem starke Knochenschmerzen. Als Komplikation treten Knochenbrüche auf, die zu dauerhaften Veränderungen des Skeletts, z.B. zu einer Abnahme der Körpergröße, führen können. Eine Diagnose der Osteoporose im Frühstadium ist bisher nur eingeschränkt möglich. Die fortgeschrittene Erkrankung dagegen ist auf Röntgenbildern meist gut zu erkennen. Die Behandlung der Osteoporose beruht auf einer medikamentösen Beeinflussung des Knochenstoffwechsels. Die unbehandelte Osteoporose schreitet ständig voran und kann zu Invalidität und Pflegebedürftigkeit führen.

Panikattacken
Unter Angst- und Panikstörungen versteht man ohne entsprechende Bedrohung auftretende Angstzustände, die durch seelische und körperliche Beschwerden wie bei einer normalen Angstreaktion gekennzeichnet sind. Die Ursachen sind noch nicht eindeutig geklärt, es gibt psychoanalytische, lerntheoretische und neurobiologische Theorien. Etwa 10 % der Bevölkerung leidet an Angstzuständen von einem behandlungsbedürftigen Ausmaß. Es werden Panikattacken, die ohne äußeren Anlass entstehen, generalisierte Angstzustände, die ohne Behandlung jahrelang anhalten können, und Phobien unterschieden. Unter Phobien versteht man durch bestimmte, jedoch ungefährliche Auslöser, hervorgerufene Ängste wie die Agoraphobie (Platzangst), Klaustrophobie (Angst in bzw. vor geschlossenen Räumen), soziale Phobien und Flugangst. Bei fehlender Therapie wird die Erkrankung häufig chronisch und es kommt zum sozialen Rückzug, zum Medikamenten- oder Drogenmissbrauch, vor allem von Alkohol.


Parkinson
Der Morbus Parkinson ist eine Stammganglienerkrankung, die vor allem durch Bewegungsstörungen gekennzeichnet ist und ca. 0,1% der Bevölkerung über 60 Jahre betrifft. Es kommt aus meist unbekannter Ursache zu einem Dopaminmangel in einem bestimmten Gehirnbereich (Substantia nigra), selten sind Vorerkrankungen auslösend.
Typische Symptome sind Akinese (Bewegungsverlangsamung), Rigor (Muskelsteifheit) und Tremor (grobschlägiges Zittern in Ruhe). Daneben kann es zu depressiver Verstimmung, vegetativen Symptomen und Mimikverlust kommen. Die Diagnose erfolgt mittels neurologischer Untersuchung, sowie mittels nuklearmedizinischer Untersuchungen (SPECT).

Phenylketonurie
Die Phenylketonurie ist eine autosomal-rezessive Stoffwechselerkrankung. Dabei ist ein Gen auf dem langen Arm des Chromosoms 12 mutiert. Unter autosomal rezessiv ist folgendes zu verstehen:
Das menschliche Erbgut ist in normalen Körperzellen auf 46 Chromosomen verteilt. Davon sind die Chromosomen 1 - 22 so genannte Autosome, die jeweils zweifach vorhanden sind; also insgesamt 44 Chromosomen. Zudem gibt es noch zwei Chromosomen, die das Geschlecht des Menschen bestimmen. Frauen besitzen das X Chromosom zweifach; Männer ein X und ein Y-Chromosom. Das gesamte Erbgut, mit Ausnahme der Geschlechtschromosomen bei Männern, ist somit doppelt vorhanden. Kommt es nun zu einer Mutation eines Gens oder wird ein mutiertes Gen von den Vorfahren geerbt, gibt es normalerweise noch eine gesunde Kopie auf dem zweiten Autosom. Sofern ein mutiertes und nicht mutiertes Chromosom nicht zu einer Erkrankung der betreffenden Person führt, liegt eine rezessive Erbanlage vor. Von einer dominanten Erbanlage spricht man, sofern bei Vorliegen bereits eines mutierten Chromosoms die Person erkrankt. Zeugen ein gesunder Vater und eine gesunde Mutter mit jeweils einem mutierten Chromosom ein Kind, so besitzt dies eine 25% tige Wahrscheinlichkeit zwei mutierte Chromosomen zu erhalten und damit zu erkranken. Überschüssiges Phenylalanin, eine essentielle Aminosäure, wird im gesunden Organismus mit Hilfe des Enzyms Phenylalanin-Hydroxylase zu der Aminosäure Tyrosin abgebaut.
Phenylalanin ist eine essentielle zyklische Aminosäure. Essentielle Aminosäuren sind die Aminosäuren, die für den menschlichen Stoffwechsel notwendig sind aber von ihm selber nicht hergestellt (synthetisiert) werden können, sondern mit der Nahrung aufgenommen werden müssen. Das Tyrosin ist eine aromatische Aminosäure und eine Vorstufe des Melanins, des Adrenalins sowie des Thyroxins.
Sofern die Mutation auf dem Chromosom 12 von Vater und Mutter an ein Kind weitergegeben wird, führt dies zu einem Defekt des in der Leber gebildeten Enzyms Phenylalanin-Hydroxylase. Dieser Defekt führt dazu, dass die oben beschriebene Metabolisierung des Phenylalanins zu Tyrosin nicht mehr stattfinden kann. Durch die Inaktivierung des Abbaus des Phenylalanins sammelt es sich im Blut und wird über den Urin ausgeschieden. Ein anderer Teil wird zu Phenylbenztraubensäure und weiter zu Phenylazetat, Phenyllaktrat und O-Hydroxyphenylessigsäure umgewandelt und dann ebenfalls über den Urin ausgeschieden. Die Ausscheidung des Phenylazetat durch den Urin und den Schweiß führt dazu, dass die Betroffenen unangenehm riechen.
Der Hauptgrund für die schwerwiegenden Folgen der PKU ist primär in der weit über das Normalmaß hinausgehende Menge an Phenylalanin zu sehen, das in diesem Übermaß weitgehende negative Folgen auf die Bildung des Gehirns besitzt. Unbehandelte Kinder zeigen schwere geistige Defekte, epileptische Anfälle, Hypertonie der Muskeln, Hirnkleinwuchs, Pigmentstörungen auf der Haut, ekzemähnliche Hautveränderungen, allgemeine Übererregbarkeit und einen unangenehmen Geruch.


Psychischer Erkrankungen bzw. Störungen
Im Wesentlichen lassen sich fünf verschiedene Grundformen psychischer Erkrankungen bzw. Störungen unterscheiden: Schizophrenie, affektive Störungen, Angst- und Panikstörungen, Zwangsstörungen und Alkohol-, Drogen- und Medikamentenabhängigkeit.
Die allermeisten anderen psychischen Störungen lassen sich als Untergruppen oder Spezialfälle dieser Grundformen erklären. Im Folgenden werden Symptome, Häufigkeit, Diagnosen, Ursachen, Hilfsmaßnahmen, Therapien und Prognosen derartiger Störungen dargestellt und diskutiert.

Rheuma
Unter dem Begriff Rheuma wird eine Vielzahl sehr verschiedener Krankheitsbilder zusammengefasst. Nach der internationalen Klassifikation sind etwa 100 Erkrankungen dem rheumatischen Formenkreis zuzuordnen, von denen hier nur die wichtigsten dargestellt werden sollen.
Das Wort Rheuma kommt von dem griechischen Wort für fließen oder strömen. Ursprünglich wurde das Wort benützt, um den fließenden und ziehenden Schmerz, der bei Erkrankungen des Bewegungssystems entsteht zu beschreiben. Als rheumatische Erkrankungen bezeichnet man allgemein die Erkrankungen, die sich am Bewegungsapparat, d.h. den Gelenken, Sehnen, Muskeln usw. abspielen und dort Schmerzen verursachen. Allerdings können bei vielen rheumatischen Erkrankungen auch innere Organe oder aber auch das Nervensystem, die Haut oder die Augen mit betroffen sein.
Die entzündlich-rheumatischen Erkrankungen sind sehr vielgestaltig. Dass heißt, sowohl fast reine Gelenkerkrankungen, wie z. B. die rheumatoide Arthritis aber auch Erkrankungen mit überwiegendem Befall innerer Organe wie z. B. der systemische Lupus erythematodes werden dazu gezählt.

Sarkoidose
Die Sarkoidose ist eine seltene entzündliche Erkrankung, die durch die Bildung typischer Granulome gekennzeichnet ist und praktisch jedes Organ betreffen kann. Die Ursache der Erkrankung ist bisher nicht geklärt. Es wird ein Zusammenhang mit genetischen Faktoren und Umweltfaktoren untersucht. Nur ca. jeder zweite Betroffene leidet unter Beschwerden, die dann vom jeweils betroffenen Organ abhängig sind. Besonders häufig ist eine Lungenbeteiligung, die oft zufällig anhand einer Röntgenaufnahme entdeckt wird.
Man unterscheidet eine akute und eine chronische Verlaufsform der Erkrankung. Die akute Form der Sarkoidose hat die bessere Prognose, sie wird symptomatisch behandelt (v.a. Antiphlogistika = Entzündungshemmer), heilt aber auch ohne Behandlung bei der Mehrzahl der Betroffenen komplikationslos ab. Die Prognose der chronischen Form ist hingegen schlechter. Hier werden therapeutisch Kortikosteroide eingesetzt, auf welche die Erkrankung im Allgemeinen gut anspricht. In einigen Fällen sind dauerhafte Einschränkungen der Lungenfunktion dennoch nicht vermeidbar.

Schlafapnoe
Die Schlafapnoe oder das Schlafapnoe-Syndrom ist eine Atemregulationsstörung, die durch Atempausen von mindestens zehn Sekunden Dauer im Schlaf mit einer Häufigkeit von mehr als zehn Atempausen pro Schlafstunde gekennzeichnet ist. Männer sind doppelt so häufig betroffen wie Frauen, 80% der Patienten sind übergewichtig. Ursache können eine Obstruktion - also eine Einengung der oberen Luftwege - oder eine Fehlfunktion der Atemmuskulatur sein.
Symptome sind lautes Schnarchen mit Atempausen, Tagesmüdigkeit, Konzentrations- und Leistungsschwäche, Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, Depressionen und Potenzstörungen.

Schlaganfall
Auslösend ist ein plötzlicher Gefäßverschluss oder eine Blutung im Bereich des Gehirns. In Folge des Schlaganfalls treten neurologische Ausfälle auf, z.B. Bewusstlosigkeit, Hemiplegie (halbseitige Lähmungen), Sprach- und/oder Schluckstörungen, je nach Lokalisation des zerebralen Prozesses. Die Nervenzellen in den entsprechenden Gebieten werden dabei beschädigt oder gehen sogar zugrunde. Leicht beschädigte Zellen können sich teilweise wieder regenerieren, abgestorbene können nicht wieder ersetzt werden
Zu den Risikofaktoren gehören Bluthochdruck, Diabetes mellitus, "die Pille", Rauchen und erhöhte Blutfettwerte. Vorstufen und damit ernst zu nehmende Warnzeichen sind vorübergehende neurologische Ausfälle, auch TIA und PRIND genannt. Die Symptome hängen von der Lokalisation des Schlaganfalles im Gehirn ab, häufig kommt es zur halbseitigen Lähmung und Sprachstörungen.

Speiseröhrenmissbildungen
Speiseröhrendivertikel sind Ausbuchtungen der Speiseröhrenwand, die entweder durch großen Druck von innen oder durch Zug von außen entstehen. Sie bilden sich an charakteristischen Stellen der Speiseröhre. Vor allem Männer im höheren Lebensalter sind von der Erkrankung betroffen. Unterschieden werden Pulsions- und Traktionsdivertikel.
Pulsionsdivertikel sind die Folge eines erhöhten Druckes in der Speiseröhre, z.B. durch die Ansammlung größerer Mengen Speisebreis, und einer gleichzeitig vorliegenden Schwäche der Speiseröhrenwand. Sie sind vor allem oberhalb des oberen Speiseröhrenmundes zu finden (=Zenker-Divertikel). In selteneren Fällen bilden sich Pulsionsdivertikel in der Nähe des Zwerchfells (=epiphrenale Divertikel).
Traktionsdivertikel dagegen entwickeln sich durch den Zug benachbarter entzündlich veränderter Lymphknoten auf die Speiseröhrenwand. Sie liegen im Allgemeinen in der Mitte der Speiseröhre (=parabronchiale Divertikel). Häufig verursachen Divertikel der Speiseröhre keinerlei Symptome und werden zufällig bei Röntgenuntersuchungen entdeckt. Sie können jedoch auch zu Schmerzen und Schluckbeschwerden führen. Entzündungen der Speiseröhrenschleimhaut, Lungenabszesse oder eine Lungenentzündung sind schwerwiegende mögliche Komplikationen. Divertikel, die Symptome verursachen, müssen operativ entfernt werden.


Stomaoperierte

Der Begriff Stoma kommt aus dem Griechischen und bedeutet Öffnung oder Mund und wird in der Medizin für eine durch eine Operation geschaffene künstliche Körperöffnung verwendet.

Bei ausgedehnten bösartigen Tumoren des Kehlkopfes kann die Entfernung des ganzen Kehlkopfes in manchen Fällen mit der besten Aussicht auf Tumorfreiheit verbunden sein. Nach Entfernung des Kehlkopfes gelangt die Luft über eine Öffnung am Hals in die und aus der Luftröhre, diese Öffnung heißt Tracheostoma (Kehlkopfentfernung und Stimmrehabilitation).

Wurde bei einer Operation die Harnblase entnommen, bildet der Arzt oft einen neuen Körperausgang für die Ausleitung des Harns, meist in der Bauchdecke (Blasenkrebs). Dieser künstliche Ausgang heißt in der medizinischen Fachsprache Urostoma.

In bestimmten Fällen des Mastdarmkrebses kann bei der operativen Tumorentfernung der Schließmuskel nicht belassen werden. Für den Dickdarm (Kolon) wird dann ein künstlicher Ausgang in der Bauchdecke geschaffen, der als Kolostoma oder Anus praeter naturalis bezeichnet wird. Sehr selten wird der gesamte Dickdarm entfernt oder muss vorübergehend stillgelegt werden. Dann führt das Ärzteteam den Dünndarm in einem sogenannten Ileostoma nach außen.

Überaktives Kind (ADHS)
Diese Störung wird auch als Aufmerksamkeits-Defizit- und Hyperaktivitäts-Störung (ADHS) bezeichnet. Zwischen 2-10 % der Kinder leiden an Aufmerksamkeitsstörungen oder am hyperkinetischen Syndrom, Jungen dabei deutlich häufiger als Mädchen.
Die Ursache dafür dürfte nach neuesten Forschungsergebnissen in erster Linie eine Funktionsstörung bei der Signalübermittlung im Gehirn sein. Die auftretenden Symptome sind Konzentrationsstörungen sowie Störungen der Informationsverarbeitung und Gedächtnisbildung, seltener auch eine motorische Hyperaktivität und gesteigerte Reizbarkeit. Die Diagnose erfolgt durch die Krankengeschichte, eine körperliche Untersuchung und neuropsychologische Tests. Die Behandlung basiert auf medikamentöser Einstellung und wird ergänzt durch Beratung, Aufklärung, Verhaltens- und Psychotherapie.

Wahrnehmungsgestörte Kinder
Wahrnehmungsgestörte Kinder können die Probleme des alltäglichen Lebens nicht so lösen wie ihre Altersgenossen. Die Alltagsgeschehnisse schließen unzähliges Umfassen, Berühren und Bewegen ein. Kinder erfahren dadurch ihre Umwelt. Wahrnehmungsgestörte Kinder jedoch sind hier oft schwer beeinträchtigt
Wenn ein Kind unter Wahrnehmungsstörungen leidet, fällt das oft durch eine verzögerte Entwicklung auf. Manche Kinder krabbeln nicht, laufen spät, können nicht auf einem Bein stehen.
Spätestens in der Schule bekommen die Kinder massive Probleme. Oft ist der Gleichgewichtssinn nicht richtig entwickelt oder die Kinder nehmen Laute nicht differenziert wahr oder können ihre Augenbewegungen nicht so exakt kontrollieren, dass sie sie zum Beispiel der Lesegeschwindigkeit anpassenen können.
Nicht selten arbeiten auch die beiden Hirnhälften wahrnehmungsgestörter Kinder nicht richtig zusammen. Sie schaffen es nicht, die Information der verschiedenen Sinne so zu koordinieren, dass sie komplizierte Dinge wie zum Beispiel das Lesen lernen können. Manche Kinder schaffen es nicht, sich über eine gewisse Zeit auf eine Sache zu konzentrieren.
Die Ursache dieser Störungen, so vermutet man heute in der Wissenschaft, sind meistens Stoffwechselprobleme im Gehirn. Wahrnehmungsstörungen können nicht eigentlich 'geheilt' werden. Aber erfahrene Therapeuten können den Kindern helfen, ihre Defizite so auszugleichen, dass sie im Leben zurechtkommen.


Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü