Selbsthilfe im Hochtaunuskreis

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Die Gruppe

Mobbing


SELBSTHILFEGRUPPE „MOBBING“


Ansprechpartner:
Kontakt per EMail: mobbing-hochtaunus@web.de

Unser Anliegen: Austausch von Betroffenen, die sich mit Mobbing am Arbeitsplatz auseinander setzen müssen

Treffpunkt: auf Anfrage
1. Montag im Monat von 20:oo – 22:00 Uhr

Nächstes Treffen der Mobbinggruppe ist am  Montag 05.März 2012

Anmeldung zum Vorgespräch unter Telefonnummer 06172 /  9019009 oder per EMail: mobbing-hochtaunus@web.de

Anschrift:

Arbeitsgemeinschaft der Selbsthilfegruppen im Hochtaunuskreis
SHG "Mobbing"
61348 Bad Homburg

Mitgliederzahl max. 8-10

Flyer zum Download   
Mobbing Info anklicken

Artikel aus der Taunus Zeitung  vom 06.09.2010
„Mit freundlicher Genehmigung der Frankfurter Neuen Presse/TZ

Hier gehts zur Taunuszeitung : http://www.taunuszeitung.de/
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Geschnitten, beschimpft, ausgegrenzt
Mobbing-Opfer sind meist isoliert – aus dieser Isolation soll eine neue Selbsthilfegruppe helfen

„Mobbing? Davon hört man doch nur in reißerischen Talkshows, das gibt es doch nicht wirklich.“ Das dachte Christine H., bis sie selbst zum Opfer einer Kampagne wurde. Jetzt will die Bad Homburgerin eine Selbsthilfegruppe ins Leben rufen.

Hochtaunus. Wer Christine H. (Name der Redaktion bekannt) kennenlernt, sieht spontan eine hübsche, gut gelaunte Frau im besten Alter. Wenn sie spricht, tut sie das mit einem Lächeln im Gesicht. Niemand würde ihr anmerken, dass es im Inneren brodelt. Dass sie eine Psychotherapie macht, unter Schlafstörungen, Herz- und Magenschmerzen leidet. Aber genau das ist der Fall. Christine H. leidet unter Burn-Out-Syndrom als Folge monatelanger heftiger Mobbing-Attacken. „Mich hat dieses ständige Geschnitten- Beschimpft- und Ausgegrenzt-Werden seelisch und körperlich krank gemacht“, sagt sie.

„Nie hätte ich gedacht, dass ich einmal ein Mobbing-Opfer werden könnte. Für mich war Mobbing etwas, das in reißerischen Talkshows passiert, und dort vornehmlich Sozialhilfeempfängern, die sich vermeintlich gemobbt fühlten, wenn sie ein bisschen was arbeiten sollten. Man, war das hochtrabend von mir“, sagt sie.

Dabei waren die Vorzeichen eigentlich recht schnell erkennbar. H. arbeitet bei einem weltweit tätigen IT-Unternehmen. Das wiederum hatte Hs alte Firma vor zwei Jahren aufgekauft. „Der Betriebsübergang war sanft, unser Betriebsrat hatte gute Konditionen ausgehandelt, ich dachte nur, ok, musst Dich nach 20 Jahren in einer Firma eben an einen anderen Firmennamen gewöhnen, das wird schon gehen.“ Tat es auch, zumindest im ersten Jahr. Dann aber bekam Hs Abteilung einen neuen Abteilungsleiter. Nachdem er sich in der Runde vorgestellt hatte, bat er Christine H. und noch einige weitere Kollegen aus Hs alter Firma und anderen, ebenfalls aufgekauften Firmen, noch einen Moment zu bleiben. „Er erklärte doch wortwörtlich, wir seien mit unseren hohen Gehältern ,Schmeißfliegen’“ Ich fand das zugegebenermaßen starken Tobak, da chte aber, hey Junge, ich hab mir das Gehalt in der Vergangenheit hart erarbeitet, nur mal nicht neidisch sein.“ Dann betonte der Manager, er werde H und ihre Kollegen „gut im Auge behalten“. H: „Ich fand das noch witzig und dachte, da haben wir also unseren eigenen Aufpasser.“

Das Lachen verging H. schnell. Erst waren es Kleinigkeiten. Sie wurde über bestimmte Vorgänge nicht rechtzeitig informiert, lieferte ihre darauf abgestimmte Arbeit später ab. Dann wurde sie gar nicht mehr informiert, konnte ergo gar nicht arbeiten. „Und mein Manager rannte gleich zu den Oberbossen und sagte, ich sei unproduktiv.“ Neben Des- und Fehlinformation zischte der Manager, wenn er ihr alleine auf dem Flur begegnete, immer mal wieder zu „Ich mach Dich fertig“, „Du faule Sau“ oder „Dich werd ich schon los“. Gespräche zwischen dem Manager und dem Betriebsrat zeigten keine Wirkung. „Ich kon nte ihm ja nichts nachweisen“, sagt H. Inzwischen, sie war vom Außen- in den Innendienst versetzt worden und musste natürlich den Firmenwagen abgeben, litt sie unter heftigen Schlafstörungen. Das Essen, wenn sie denn welches zu sich nehmen konnte, lag ihr schwer im Magen, der Kopf schmerzte Tag und Nacht. Aus Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes kündigte sie alles, was sie kündigen konnte. Vom Abo der Fernsehzeitung bis hin zur Zusatzversicherung.

Als sie beim internen Benotungssystem, das für die Bonus-Vergabe eine entscheidende Rolle spielt, miserabel abschnitt, bat sie erneut um ein Gespräch – und konnte alle vermeintlichen Vorwürfe entkräften. „Aber daraufhin wurde der Manager noch gemeiner, ich hätte ständig heulen können.“ Als sie dann noch einen anonymen Brief erhielt, in dem ein Kollege ihr schrieb, er habe die Anweisung erhalten, sich von ihr fern zu halten, brach sie zusammen. Inzwischen ist sie seit einigen Wochen krankgeschrieben, hat eine Kur beantragt. „Ich weiß nicht, wie es weitergehen soll“, sagt sie.

Was sie aber mittlerweile weiß, ist dass sie mit ihrer Situation nicht alleine dasteht. „In Gesprächen mit Bekannten habe ich gemerkt, dass Mobbing in Firmen mittlerweile schon fast gang und gäbe ist, sich aber keiner traut, darüber zu sprechen.“ Reden ist aber wichtig. Und deswegen will Christine H. eine Selbsthilfegruppe „Mobbing“ im Hochtaunuskreis ins Leben rufen. Christine H: „Die Betroffenen dort dürfen anonym bleiben, sollen aber merken, dass sie nicht alleine sind. Denn Mobbing-Opfer sind meist vollkommen isoliert. Wer wüsste das besser als ich?“

Kontakt über den Koordinator der Selbsthilfegruppen im Hochtaunuskreis, Frank Siebert, Telefon (0 61 72) 90 19 009.

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„Mit freundlicher Genehmigung der Frankfurter Neuen Presse/TZ

Hier gehts zur Taunuszeitung : http://www.taunuszeitung.de/

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